Deutsche Bahn – Vielfahrer, hihi?

Auf die Deutsche Bahn bin ich, wie so viele, angewiesen, und dass nicht nur, weil ich kein Auto mehr besitze. Schon zu Kraftfahrzeiten habe ich längere Strecken gerne mit der Bahn zurückgelegt. Lesen, Schlafen, wenn es sein muss auch Arbeiten – das geht halt im Zug leichter als am Steuer.

Und immerhin habe ich es mit dem Punkte-Sammeln, das die Bahn ja nach Fluglinien-Vorbild seit ein paar Jahren anbietet, zum Comfort-Kunden gebracht. (Immerhin soll man dafür innerhalb eines Jahres 2.000 Euro für Fahrkarten ausgeben). Damit darf man dann in die DB-Lounge, die es an dem einen oder anderen größeren Bahnhof gibt. Und das etwas später eingeführte Bahn Bonus Programm (ich glaube, wirklich ohne Bindestriche) verspricht einem dann schöne Prämien für die erfahrenen Punkte.

Jedenfalls in der Theorie.

Nun gut, praktisch kann man natürlich für seine Punkte was bestellen, so Dinge wie Reisestecker. Oder was für Kinder. Oder so.

Viel reizvoller ist natürlich (auch das nach dem Vorbild der Fluglinien), seine Punkte direkt in eine Fahrkarte umzuwandeln. Am besten als Online-Ticket, um gleich losfahren zu können. Und das geht auch – für die erste Klasse, für die zweite Klasse, einfach oder Hin- und Rückfahrt.

Das ist allerdings nicht so einfach.

Neulich hab‘ ich es versucht. Für eine Fahrt von Berlin ins Ruhrgebiet. Erst mal den Wunsch eingegeben, für meine Prämienpunkte eine Hin- und Rückfahrt zu bekommen. Für die Hinfahrt kein Problem, für die Rückfahrt, leider, kein Prämienticket verfügbar. Hm.

Na gut. Dann mache ich halt nur die Hinfahrt auf Punkte, die Rückfahrt zahle ich. Bisschen ärgerlich, weil Hin- und Rückfahrt zusammen 2.000 Punkte kosten, die Fahrt nur in eine Richtung 1.500 Punkte. Schlechter Deal, aber was soll’s.

Nur, merkwürdigerweise: Die Hinfahrt, die mir beim kombinierten Prämienbuchungsversuch für Hin- und Rückfahrt angezeigt wurde, war weg. Nicht mehr verfügbar. Zwei Minuten nach dem ersten Versuch. An einem späten Samstagabend. Ich glaube nicht, dass da auf einmal so viel Andrang war.

Jetzt werde ich das demnächst noch mal versuchen. Aber ich hab‘ schon den Eindruck: Die Möglichkeit, für seine Prämienpunkte eine Freifahrt zu bekommen, ist, äh, doch deutlich eingeschränkt.

Ist ja auch klar, die Deutsche Bahn ist kein karitativer Verein, sie will Geld verdienen. Und das geht natürlich besser, wenn die Vielfahrer für ihre Punkte chinesische Plastikprodukte als Prämie ordern, statt dafür kostenlos Bahn zu fahren.

Eine ähnliche Überlegung scheint bei der Gestaltung der DB-Lounge jetzt in zu sein. Im Berliner Hauptbahnhof, stellte ich dann kurz vor Antritt meiner – nunmehr ordentlich bezahlten – Reise fest, ist der allgemeine Bereich der Lounge doch deutlich geschrumpft. Da kommen nämlich alle die rein, die als Comfort-Kunde (siehe oben) eine entsprechend markierte BahnCard haben. Im Gegenzug ist der Exklusiv-Bereich für die Kunden der 1. Klasse erheblich größer geworden.

Nun hab‘ ich nicht den Eindruck, dass sich das Verhältnis von 1. Klasse- zu 2. Klasse-Kunden so deutlich verschoben hat. Verschoben hat sich nur die Bereitschaft der Bahn, ihren Vielfahrern einen Gegenwert – man könnte auch sagen: eine Treuebonus – fürs Vielfahren zu geben. Aber ist bestimmt nur eine situative Einzelbeobachtung und für die Bahn nicht charakteristisch.

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2 Antworten zu Deutsche Bahn – Vielfahrer, hihi?

  1. asmdd schreibt:

    hmm, ich habe letztes wochenende meine freifahrt DD-LER für den 3. Advent gebucht, hat nach ein bissl suche geklappt mit komplettem freifahren, aber die strecke ist wahrscheinlich auch nicht so doll nachgefragt, wie deine. ist halt ähnlich schwierig, wie eins der wirklich günstigen spartickets zu bekommen.

  2. Helge Wilker schreibt:

    Für Hin- und Rückfahrt ohne Kontingentprobleme empfiehlt sich eventuell noch die „Freifahrt für Dritte“. Kostet 2000 Punkte für die einfache Fahrt und 2500 für Hin- und Rückfahrt – ist also etwas teurer als die kontingentierten Prämien. Und das „für Dritte“ gilt auch für den Prämienbesteller selbst.

    Gruß

    Helge Wilker

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